Geschlechterforschung / Gender Studies
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Vom Mannsweib zum Alphamädchen? Politikerinnenbilder in politischen Organisationen und Massenmedien (Jasmin Siri)

Theorie-II-Kurs, 2-stündig, Zeit: Blockveranstaltung am 18.10., 14./15. Januar, Raum wird nach Anmeldung bekannt gegeben

Achtung: Beginn: Mo, 18.10.2011

 

Die Erfolge der ersten und zweiten Frauenbewegung haben dafür gesorgt, dass immer mehr Frauen politische Führungspositionen besetzen. Dennoch zeigen empirische Untersuchungen, dass Frauen auf allen Ebenen demokratischer Repräsentation unterrepräsentiert und männlichen Kollegen gegenüber im Nachteil sind. Der charismatische Politiker besitzt einen männlichen Körper und „typisch männliche“ Eigenschaften wie Ehrgeiz, Kampfeswillen und Durchsetzungsvermögen. Schaffen es Frauen dennoch, die„Glasdecke struktureller Benachteiligung zu durchbrechen, so werden sie anders beobachtet als Männer. Ursula von der Leyen musste sich in einer Fernsehsendung fragen lassen, ob es ihr lieber sei, eine schlechte Mutter oder eine schlechte Politikerin abzugeben. Hillary Clinton rechtfertigte sich öffentlich für ihr vermeintlich weibliches Erschrecken angesichts der Live-Bilder vom Tod Osama Bin Ladens. In diesem Kurs wird es um die Frage gehen, welche Männerbilder und Frauenbilder die Politik prägen und wie diese durch Massenmedien und politische Organisationen re/produziert werden. Wie werden Politikerinnen medial und organisational als Frauen sichtbar? Ziel des Kurses ist es, diese Fragen empirisch und theoretisch zu bearbeiten. Zunächst werden wir die Situation von Frauen in der Politik in den Blick nehmen. Welche strukturellen Bedingungen finden Frauen für politisches Engagement vor? Wie erzählen Politikerinnen in qualitativen Interviews ihren Werdegang? Wie haben sich Erwartungen an Frauen und ihre Selbstdarstellung in den letzten Jahrzehnten verändert? Mittels medienanalytischer und organisationssoziologischer Kleinstudien werden wir anschließend Frauen- und Männerbilder des Politischen sammeln und anhand unterschiedlicher Theorieangebote (z.B. Goffman, Luhmann, Butler, Mouffe, Villa, Mc Luhan) interpretieren.

 

Literatur zur Einführung:
Pantti, Mervi (2007), Potraying Politics: Gender, Politik und Medien, in: Holtz-Bacha, Christina & König-Reiling, Nina (Hg.), Warum nicht gleich? Wie die Medien mit Frauen in der Politik umgehen, Wiesbaden: S. 17-51.
Kinnebrock, Susanne & Knieper, Thomas (2008), Männliche Angie und weiblicher Gerd? Visuelle Geschlechter- und Machtkonstruktionen auf Titelseiten von politischen Nachrichtenmagazinen, in: Holtz-Bacha, Christina (Hg.), Frauen, Politik und Medien, Wiesbaden: S. 83-101.
Villa, Paula (2011), Sexy Bodies. Eine soziologische Reise durch den Geschlechtskörper,  Wiesbaden, 4. Auflage, Kapitel 3, 4.3.1 & 4.3.2.

 

Dieser Kurs findet als Blockseminar statt. In der ersten Semesterwoche werden wir uns am Dienstag, den 18. Oktober von 16:00-19:00 zu einer Auftaktsitzung treffen, bei der das Kursprogramm vorgestellt und die Arbeitsaufträge verteilt werden. Die Blockveranstaltung findet am 14. und 15. Januar statt. Die Räume werden Ihnen nach Anmeldung per Mail mitgeteilt.