Geschlechterforschung / Gender Studies
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Kindstötung aus geschlechter- und familiensoziologischer Perspektive (Eva Tolasch, M.A.)

Eva Tolasch, M.A.

Übung (Blockveranstaltung)

2-stündig, Do 12-14 Uhr c.t./Blockphase 12-14.06.09, Konradstr. 6, R. 109

(soziale Unterschiede/sozialer Wandel)

 

 

In Deutschland erhalten Kindstötungen durch die Mutter derzeit erhöhte Aufmerksamkeit in den medialen Berichterstattungen. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung ist die Tötung von Kindern nach kriminologischen Kriterien nicht nur ein zahlenmäßig seltenes Delikt, sondern zudem in den letzten 25 Jahren im Rückgang begriffen.

Gab es unter Einbezug historischer Gesichtspunkte noch andere markante Stellen an denen das Phänomen Kindstötung sehr stark problematisiert wurde? Wie wurde jeweils über den Täter/die Täterin, die soziale Rahmung und dem Phänomen selbst gesprochen?  Auf welche Wissensbestände wurde/wird rekurriert, welche Deutungen und Interpretationen zugrunde gelegt? In welchem Verhältnis stehen diese Diskurse zur sozialen Ungleichheit?

Im Zusammenhang mit diesen Fragen und vor dem Hintergrund einer geschlechter- und familiensoziologischen Perspektive loten wir aus, inwiefern Kindstötungen als „Krisenfigur des Mütterlichen“ zu verstehen ist, die insbesondere dann in Erscheinung tritt, wenn die „kollektiven Selbstverständnisse“ (Martschukat 2008) hinsichtlich des „familialen Leitbild“ der „guten Mutter“ (Kortendiek 2009) umkämpft sind.

 

 

Literatur: Mauerer, Gerlinde: Medeas Erbe. Kindsmord und Mutterideal. Wien 2002., Ein Reader wird zu Semesterbeginn erstellt.

 

Modalitäten: Übernahme einer Moderation und kurzer Präsentation, regelmäßige aktive Teilnahme, Anfertigung von drei Essays (4-5 Seiten) oder Hausarbeit (12-15 Seiten)