Geschlechterforschung / Gender Studies
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Sex als Massenware? Ein soziologischer und queertheoretischer Blick auf Sexarbeit und Prostitution (Carolin Küppers, M.A.)

Carolin Küppers, M.A.

Übung

Mo 16-18 Uhr c.t., Konradstr. 6, R. 309
(soziale Unterschiede/soziale Institutionen)

 

 

Nach Schätzungen der Bundesregierung gibt es in Deutschland etwa 450.000 SexarbeiterInnen. Bis zu 1,2 Mio Männer nehmen täglich sexuelle Dienstleistungen in Anspruch. Der Umsatz im „Wirtschaftssektor Prostitution“ wird auf 14,5 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Dies zeigt, dass Sexarbeit in vielerlei Hinsicht eine gesellschaftlich relevante Größe ist. Dennoch ist Sexarbeit noch lange kein gesellschaftlich anerkanntes Gewerbe. Erst 2002 wurde sie durch das neue Prostitutionsgesetz – zumindest rechtlich – als Berufstätigkeit anerkannt und legalisiert. Trotzdem bleibt sie in weiten Teilen der Gesellschaft nach wie vor ein Tabuthema und wird bislang auch im Bereich soziologischer Forschung nur marginal behandelt.

In diesem Seminar soll Sexarbeit aus queerfeministischer und geschlechtertheoretischer Perspektive betrachtet werden. Ist Prostitution kapitalistisch-patriarchale Ausbeutung von Sexarbeiterinnen oder bietet sie Möglichkeiten emanzipatorischer Subversion? Inwiefern ist die diskursive Aneignung von Sexarbeit abhängig von medialen (Massen)Ereignissen? Welche Rolle spielen hierbei die Konsumenten? Wie ist Sexarbeit in gesellschaftlichen Machtstrukturen zu verorten? Inwieweit beeinflussen Diskurse über Sexarbeit und Prostitution gesellschaftliche Diskurse über Sexualität? Im Rahmen dieser Fragen soll Sexarbeit in einen intersektionalen Kontext gestellt werden.

 

 

Literatur: Grenz, Sabine: (Un)heimliche Lust. Über den Konsum sexueller Dienstleistungen. Wiesbaden 2005.  

Ein Reader wird zu Semesterbeginn erstellt.

 

Modalitäten: Regelmäßige Anwesenheit und Beteiligung, Übernahme eines Referats, Textlektüre und -Zusammenfassungen, Hausarbeit (12-15 Seiten).