Geschlechterforschung / Gender Studies
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Lehrangebot im SoSe 2016

Dr. Schmincke

Masterseminar: „Geschlecht, Körper, Biopolitik. Theorien und Studien zur Naturalisierung und Politisierung geschlechtlicher Körper“

Dienstag, 12.00 – 14.00 Uhr, IfS (Blocktermin: 29.04.-30.04.2016)

Alltagsweltlich gilt nach wie vor der Körper als Garant geschlechtlicher Identität – und Differenz. Gerade der Unterschied zwischen Männern und Frauen wurde und wird anhand ihrer unterschiedlichen körperlichen Dispositionen diskutiert und plausibilisiert. Nicht zuletzt dient der Verweis auf körperliche Unterschiede der Legitimation sozialer Unterschiede. Die enge Verschränkung sozialer und biologischer Argumente hat eine lange Geschichte und ist sowohl von sozialen Bewegungen wie aber auch aus der Wissenschaft in den letzten 40 Jahren verschiedentlich kritisiert worden. Wir wollen in diesem Seminar den Zusammenhang von Geschlecht und Körper und die Politisierung dieses Zusammenhangs genauer analysieren. Dafür werden wir uns mit historischen Studien zur Entstehung der Geschlechterdifferenz in der Moderne befassen und uns mit (geschlechter-)soziologischen Perspektiven auseinandersetzen, die die Naturalisierungsprozesse analysieren. Anschließend wollen wir aktuelle biopolitische Phänomene und Debatten (z.B. Verhütung, Pränataldiagnostik und Body Enhancement) diskutieren, in denen das Verhältnis von Natur und Kultur auf eine neue Weise in Frage gestellt wird.

Im Rahmen des Seminars besuchen wir eine wissenschaftliche Tagung zum Thema, die am 29./30.4.2016 an der LMU stattfinden wird.

Dr. Schmincke

Übung: „Sexualität als Gegenstand der (Sozial-)Wissenschaften“

Dienstag, 10.00 – 12.00 Uhr, IfS, R. 108

Sexualität gilt gemeinhin als genuin private und individuelle Tatsache, gleichzeitig wird sie medial verschiedentlich inszeniert und kommerzialisiert (sei es als „Sex-Skandal“, als Gewalttat, als Pornographie, in der Werbung und im Spielfilm) und breit öffentlich diskutiert. Sexuelle Praktiken, Wünsche und Phantasien sind gleichermaßen konstitutiv für Identitäten wie für gesellschaftliche Normen und Institutionen (z.B. rechtliche Regelungen). Insofern ist Sexualität auch ein eminent soziologisches Thema und soll daher in diesem Seminar von unterschiedlichen sozial- und kulturwissenschaftlichen Blickwinkeln aus analysiert werden. Wir wollen zunächst historische Perspektiven auf Sexualität, sexuelle Liberalisierung und andere Aspekte diskutieren, uns mit soziologischen Theorien und Ansätzen aus der Geschlechterforschung und nicht zuletzt der Queer Theory auseinandersetzen und schließlich empirische Studien zum Thema bearbeiten.

Dr. Schmincke

Übung zur Masterarbeit am Lehrstuhl Prof. Villa

Montag, 12.00 – 16.00 Uhr (14-tägig), IfS, R. 108

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen je nach Stand der Arbeit Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Abschlussarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Dr. Schmincke

Übung zur Bachelorarbeit am Lehrstuhl Prof. Villa

Montag, 10.00 – 12.00 Uhr, IfS, R. 108

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen je nach Stand der Arbeit Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Abschlussarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Dr. Carstensen

Seminar: „Soziologische Analysen des Wandels der Arbeit“

Montag, 14.00 – 18.00 Uhr, IfS, R. 309

Arbeit gehört zu den wichtigsten Themen der Soziologie. Während in den 1990er Jahren angesichts steigender Erwerbslosenzahlen die Krise bzw. das Ende der Erwerbsgesellschaft konstatiert wurden, verweisen heutige Analysen auf eine Verdichtung von Arbeit, Belastungen bis hin zu Erschöpfung und Burn-Out sowie den hohen Stellenwert, den Erwerbsarbeit für die Individuen hat. Grund dafür sind grundlegende Transformationen, die sich in den vergangenen Jahren in der Erwerbsarbeit vollzogen haben und die sich u.a. durch die Aufweichung und Überwindung etablierter Strukturen und Regelungen kennzeichnen lassen. Gleichzeitig nehmen auch im Bereich der Haus- und Sorgearbeit die Anforderungen zu. Das Seminar führt in arbeitssoziologische Konzepte ein und behandelt aktuelle Entwicklungen auf der Grundlage empirischer Studien. Themen werden u.a. sein: Entgrenzung, Flexibilisierung, Prekarisierung und Subjektivierung von Erwerbsarbeit, Globalisierung, Geschlechterungleichheiten, (unbezahlte) Haus- und Sorgearbeit sowie Technik und die Digitalisierung von Arbeit.

Dr. Carstensen

Seminar: „Geschlechterverhältnisse in der digitalen Gesellschaft. Aktuelle Analysen zum Verhältnis von Gender, Technik und Medien“

Dienstag, 08.00 – 12.00 Uhr, IfS

Es ist unbestritten, dass sich gegenwärtig markante technologische Entwicklungen vollziehen. Die Durchsetzung von Internet, Social Media, Smartphones und dem Internet der Dinge und die damit zusammenhängende Durchdringung aller Lebensbereiche mit digitalen Technologien haben auch Effekte auf die Geschlechterverhältnisse: Das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatsphäre ändert sich ebenso wie das von unbezahlter und bezahlter Arbeit. Digitale und mobile Technologien wecken Hoffnungen auf eine flexiblere Arbeitswelt, die neue Geschlechterarrangements sowie andere Unternehmens- und Führungskulturen etablieren könnte. Es sind feministische Öffentlichkeiten entstanden, die sich zwar deutungsmächtig in hegemoniale Öffentlichkeiten einmischen (z.B. #aufschrei), sich aber auch mit antifeministischen Angriffen auseinandersetzen müssen. Die technischen Infrastrukturen des Webs tragen mit ihrem Design zur Stabilisierung von Geschlechterstereotypen bei. Gleichzeitig zeigen sich vielfältige widerständige, auch queer-feministische Nutzungsweisen der neuen Technologien. Im Seminar werden zunächst theoretische Konzepte zum Verhältnis von Geschlecht, Technik und Medien behandelt. Anschließend werden auf der Grundlage empirischer Befunde unterschiedliche Phänomene des digitalen Wandels betrachtet. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich mit den digitalen Technologien Veränderungen und Verschiebungen für die Geschlechterverhältnisse ergeben und wie diese zu bewerten sind.

Moosburger, MA

Übung: „Einführung in das Frühwerk Judith Butlers“

Donnerstag, 08.00 – 10.00 Uhr, IfS, R. 208

Mit der Veröffentlichung von „Gender Trouble“ wurde die US-amerikanische Philosophin Judith Butler schlagartig zur Ikone der Frauen- und Geschlechterforschung. Auch wenn Gender Trouble als Butlers erstes Werk gilt, lässt sich in zahlreichen Veröffentlichungen vor dem Erscheinen von Gender Trouble schon einige der Grundüberlegungen in anderer oder ähnlicher Form finden. In dieser Übung möchten wir einen alternativen Zugang zu Judith Butler über die frühen Aufsätze und Veröffentlichungen wagen, die insbesondere Butlers philosophische Grundlagen erläutern. Viele der dort vorgezeichneten Überlegungen finden sich auch in Butlers späteren und weitaus berühmteren Werken wieder oder werden in diesen weitergedacht. In intensiver Arbeit am Text werden wir gemeinsam versuchen die Gedanken Butlers zu rekonstruieren und diejenigen theoretischen Bezüge zu verstehen, mit denen sie sich in ihren frühen Veröffentlichungen auseinandersetzt.

Klein, MA

Übung: „Theorie II – Soziologie der Krise: Einführung in aktuelle soziologische Debatten“

Dienstag, 12.00 – 14.00 Uhr, IfS, R. 209

Krisen haben Konjunktur – Wirtschaftskrise, Krise der Demokratie, der Reproduktion, der Gewerkschaften, der Geschlechterverhältnisse. Die Liste der in den letzten Jahren ausgerufenen Krisen ist unendlich. Aber was bedeuten Krisen aus soziologischer Perspektive? Wie werden Krisen diagnostiziert und was lernen wir aus Krisendiskursen und –debatten über die Verfasstheit von Gesellschaft? Krisen zu analysieren heißt sowohl die empirische Wirklichkeit einer Gesellschaft als auch deren normative Grundlagen zu verstehen. Außerdem verweisen Krisendiskurse immer auf soziale Ungleichheiten, die sich durch Krisen verschärfen aber auch verkehren können. In diesem Kurs werden wir Theorien und Forschungen zu aktuellen Krisen, ihren Akteure_innen und Institutionen lesen und diskutieren. Nach einer Einführung geht es zunächst um Krisen des Kapitalismus, des Staates und der Demokratie. Anschließend werden wir uns Krisen aus geschlechtersoziologischer Perspektive, sowie den Dimensionen Care und Reproduktion zuwenden. Danach lesen wir kritisch Texte zu Prekarisierung und gesellschaftlichen Krisensubjekten. Nach einem kurzen Exkurs zu ökologischen Krisen und Grenzen des Wachstums wenden wir uns abschließend sozialphilosophischen Fragestellungen zu, um herauszufinden, wie Krisen soziologisch erfasst werden können und welches emanzipatorische Potential in gesellschaftlichen Krisen steckt.

Klein, MA

Übung: „Bodies at Work: Aktuelle Forschungen zu Arbeit und (Geschlechts-)Körpern“

Montatg, 12.00 – 14.00 Uhr, IfS, R. 109

Pflegen, kürzen, verlängern, verschönern und verbessern — dieser Kurs befasst sich mit dem „Body/Work Nexus“, also dem Verhältnis von Arbeit und Körpern, insbesondere im Kontext von Geschlecht. Der Body/Work Nexus umfasst drei Dimensionen: Körperliche Arbeit, Arbeit am eigenen Körper sowie die Arbeit am fremden Körper. Im Fokus des Seminars werden die beiden letzteren Dimensionen, also Arbeit am eigenen und am fremden Körper, stehen. Diese sozialen Praxen können dabei einerseits aus einer geschlechtersoziologischen, biopolitischen Perspektive, als auch andererseits mit Rückgriff auf arbeitssoziologische Konzepte theoretisiert werden. Geschlechtersoziologisch relevant ist das Verhältnis von Körpern und Arbeit, weil durch die Analyse dieses Zusammenhangs die Grenzen zwischen produktiver und reproduktiver sowie zwischen unbezahlter und bezahlter Arbeit gleichermaßen sichtbar werden als auch verschwimmen. Lohnarbeit, Biopolitik und globale (Re-)Produktions-beziehungen materialisieren sich hier in Arbeit am Körper. Nach einer kurzen Einführung werden wir im ersten Teil des Kurses Bio- und Bodypolitics aus geschlechtersoziologischer und foucaultscher Perspektive behandeln. Danach lesen wir arbeitssoziologisch informierte Texte - von der „Managed Hand“ zum „Managed Heart“. Abschließend werden wir den Body/Work Nexus „provinzialisieren“, d.h. von Global Care Chains zu Global Hair Chains die Beziehungen zwischen Arbeit und Körpern globalisierungssoziologisch diskutieren.

FitzGerald, Ph.D.

Seminar: „Moving Europe: Interrogating Gender, Race, Migration and Citizenship

Mittwoch, 12.00 – 14.00 Uhr, IfS, R. 209

This seminar introduces students at LMU to key themes in contemporary sociological and interdisciplinary scholarship on migration. It will focus specifically on how the European Union (EU) understands and attempts to regulate migration. This is a research-driven seminar stemming from Dr FitzGerald’s theoretical and empirical interest and experience in the field of feminist and socio-legal approaches to migration and social justice. This seminar interrogates the tensions between migrants, states’ and the rise of the far right in Europe. Specifically, it will address how this triad influences social and political interpretations of immigration, illegality, the ‘right’ to mobility, racism, human rights, citizenship, asylum-seekers, refugees law and social policy across EU jurisdictions. In particular, this seminar aims to develop an interdisciplinary and critical engagement with the intersection of categories of gender, race, class, sexuality and ethnicity play in the EU’s various migration laws and policies. The seminar will introduce and encourage students to achieve a deep understanding of a series of ‘real life’ problems’ in current research, law and policy in migration studies.

Prof. Dr. Villa, Dr. Schmincke

Forschungswerkstatt

Blockveranstaltung siehe LSF

In diesem Kolloquium werden alle laufenden Forschungsarbeiten (post-graduate) am LS Villa präsentiert und diskutiert. Darüber hinaus werden internationale Debatten und Forschungen im Feld der Gender Studies rezipiert. Das Kolloquium ist offen für weitere Teilnehmer_innen aus allen Disziplinen, die im Bereich der Gender Studies forschen. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung.