Geschlechterforschung / Gender Studies
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(Sozial-)Konstruktivismus: Kampfvokabel, Mode, Forschungsprogramm? (Prof. Dr. Paula-Irene Villa)

Prof. Dr. Paula-Irene Villa

(Allgemeine Soziologie/Geschlechtersoziologie)

Seminarverlaufsplan mit Literaturliste

Essay-Optionen: Teil 1
Essay-Optionen: Teil 2


Nicht nur im soziologischen Kontext, auch in anderen Sozialwissenschaften und den Philologien, sind in den letzten Jahren verschieden Begriffe aufgetaucht, die für produktive Verwirrung gesorgt haben: Dekonstruktion, Konstruktion, soziale Konstruktion. Das einschlägige „doing gender“ ist hierfür ein gutes Beispiel und so wird das Thema Geschlecht als einer von mehreren roten Fäden der Veranstaltung dienen.

In diesem Seminar wird es darum gehen, erkenntnistheoretische Grundlagen,begrifflich-analytische Konzepte, gesellschaftstheoretische Implikationen und schließlich auch empirische Verfahren der (Sozial-)Konstruktivismen kennen zu lernen und zu diskutieren. Dazu gehört auch die Frage, ob der gegenwärtige Sozialkonstruktivismus so neu ist, wie bisweilen suggeriert wird – oder ob es sich womöglich um einen neuen Namen für alte theoretische, epistemologische und methodologische Einsichten handelt, die man auf die altbekannte Formulierung von Marx bringen kann: „Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken […].“

Ein Reader wird zu Semesterbeginn erstellt. Zur Einstimmung empfehle ich:

Hacking, Ian (1999): Was heißt 'soziale Konstruktion'? Zur Konjunktur einer Kampfvokabel in den Wissenschaften. Frankfurt a.M.

Helduser, Urte et al (Hg.) (2004): under construction? Konstruktivistische Perspektiven in feministischer Theorie und Forschungspraxis. Frankfurt a.M.