Geschlechterforschung / Gender Studies
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Einführung in die dokumentarische Methode der Interpretation (Yvonne Berger)

Dipl. Soz; Dipl. Soz.-Päd. Yvonne Berger

Methoden IIII
2std., Di 14-16 Uhr, R. 209

 

Die dokumentarische Methode steht in der Tradition der Wissenssoziologie Karl Mannheims, sowie in der Ethnomethodologie und ist seit den 1980er Jahren nicht zuletzt durch Ralf Bohnsack zu einem forschungspraktisch elaborierten Verfahren in der qualitativen Sozialforschung avanciert. Dieses Analyseverfahren kennzeichnet eine Methode der Sinnauslegung, welches einen Zugang zum „impliziten Wissen“ (Polanyi),  bzw. handlungsleitenden Wissen von AkteurInnen und damit auch zu ihrer jeweiligen Handlungspraxis ermöglicht. Die dokumentarische Methode eignet sich insbesondere für all jene Interviewformen und Gruppendiskussionsverfahren, die einer Offenheit von Kommunikation Rechnung tragen (können). Im Methoden-Kurs sollen die Grundlagen des methodischen Vorgehens, sowie die konkreten Arbeitsschritte für die Forschungspraxis vermittelt werden. Wir werden uns daher vor allem unter Rückgriff auf die Wissenssoziologie Karl Mannheims zunächst in die zugrunde liegende Methodologie und in die notwendigen Grundlagen rekonstruktiver Sozialforschung einarbeiten. In einem weiteren Schritt beschäftigen wir uns mit den Grundzügen dieser Methode anhand praktischer Übungen an ausgewählten Materialien.

Literatur: Ein Reader wird zu Semesterbeginn erstellt.
Mannheim, Karl (1964 [1921-1922]): Beiträge zur Theorie der Weltanschauungsinterpretation. In: Ders.: Wissenssoziologie. Neuwied. S. 91-154
Nohl, Arnd-Michael (2006): Interview und dokumentarische Methode. Anleitungen für die Forschungspraxis. Wiesbaden

Voraussetzungen: Eine Online-Anmeldung ist erforderlich, da die Teilnahme begrenzt ist.

Leistungsnachweis: Regelmäßige Vorbereitung der gemeinsamen Texte, Moderation mit einem Kurzvortrag theoretischer Grundlagen und praktischer Übungen, sowie eine Hausarbeit.