Geschlechterforschung / Gender Studies
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Lehrveranstaltungen im Nebenfach Gender Studies

Bitte beachten Sie:

Für die Belegung sowohl im MA-Nebenfach (Hauptfach Soziologie) als auch im Gemeinsamen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereich gilt:

  • Die Belegung der Veranstaltungen ist in LSF vom 11. bis 18. September 2017 möglich (zweite Belegfrist für Erstsemester: 10.10. bis 11.10.)
  • Es können nur ganze Module eingebracht werden, Grundlagenmodul P1 bildet die Voraussetzung für die Belegung der anderen Module →Struktur des MA-Nebenfachs Gender Studies

Bitte beachten Sie auch die aktuellen Hinweise und ausführlichen Informationen zum Belegen von Lehrveranstaltungen unter "Aktuelles".


Wintersemester 2017/18

Modul P1: Grundlagen der Geschlechterforschung

  • Vorlesung „Der große kleine Unterschied. Einführung in die sozial- und kulturwissenschaftliche Gender Studies“ (Keck, Villa)
    Dienstag 14-16 Uhr c.t., Schellingstr. 3 (S) - S 001

    Die Gender Studies sind eine multiperspektivische und transdisziplinäre Forschungskonstellation. Sie speisen sich also aus vielen Disziplinen und arbeiten mit sehr unterschiedlichen methodologischen Perspektiven. Die so bearbeiteten gemeinsamen Fragen sind u.a.: 'was' ist Geschlecht? Wie wird die Geschlechterdifferenz - auch spezifisch historisch, regional, nach Klassen usw. - thematisch und relevant? Wie strukturiert die Geschlechterdifferenz spezifische Dimensionen der sozialen, kulturellen, ökonomischen Wirklichkeit? Oder: wie strukturieren weitere Differenzen und Verhältnisse Geschlechtlichkeit auf der Ebene von Identität, Institutionen, Praxen usw.? Aber auch: In welchen Zusammenhang steht die Rede von der Natur des Geschlechts zu der Herstellung von (wissenschaftlicher) Objektivität? Die Vorlesung bietet eine strukturierte Einführung in die Gender Studies, und fokussiert dabei literatur-, kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven. Die Vorlesung vermittelt ein Verständnis für übergreifende Fragestellungen ebenso wie für disziplinäre Verzweigungen und Spezifika.
     
  • Begleitübung zur Vorlesung „Der große kleine Unterschied“ (Klein)
    Gruppe 1: Mittwoch 12-14 Uhr c.t., Konrdstr. 6 - 108
    Gruppe 2: Donnerstag 18-20 Uhr c.t., Konradstr. 6 - 108
    Gruppe 3: Freitag 10-12 Uhr c.t., Konradstr. 6 - 109
     
  • Hauptseminar „Vergeschlechtlichte Arbeit – Arbeit an Geschlecht. Gender- und queertheoretische Perspektiven auf Arbeit‟ (von Bose)
    Donnerstag 19.11.2017, 14-16 Uhr c.t. (unter Vorbehalt, Raumangabe folgt)
    Freitag 1.12.2017, 10-17:30 Uhr c.t., Raumangabe folgt
    Samstag 2.12.2017, 10-17:30 Uhr c.t., Raumangabe folgt
    Freitag 26.1.2018, 10-17:30 Uhr c.t., Raumangabe folgt
    Samstag 27.1.2018, 10-17:30 Uhr c.t., Raumangabe folgt

    Equal Pay Day, Female Future Force, Female Founders – solche Stichworte verweisen auf aktuelle Debatten und Initiativen rund um das Thema Arbeit und Geschlecht: Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer, verrichten mehr unbezahlte (Familien-)Arbeit und sind sehr viel seltener in Führungspositionen anzutreffen. Wichtige Themen, wenn es um Geschlechterungleichheiten geht. Mit einem gendertheoretisch geschulten Blick lässt sich jedoch erkennen: Meist wird in solchen Debatten der Rahmen der Zweigeschlechtlichkeit nicht verlassen und Fragen nach sozialer und nationaler Herkunft, nach Klasse, Gesundheit und Sexualität werden gar nicht erst gestellt.

    In diesem Seminar geht es um Arbeit als Forschungsfeld der Geschlechterforschung. Auf Basis grundlegender gender- und queertheoretischer Perspektiven werden zentrale Aspekte dieses Forschungsfelds erkundet. Dabei wird zum einen ein geschlechterkritischer Blick auf Arbeitsverhältnisse eingenommen. Es wird deutlich werden, dass Arbeit nicht nur meist vergeschlechtlicht und heteronormativ geprägt ist, sondern auch ein Feld darstellt, in dem an Geschlecht und Geschlechtervorstellungen, -praktiken und -verkörperungen gearbeitet wird. Zum anderen soll diskutiert werden, welche Geschlechtertheorien unterschiedlichen Forschungsansätzen zugrunde liegen, was die jeweiligen Ansätze für die Analyse von Arbeit als Feld interdependenter Ungleichheiten leisten können, aber auch, welche Leerstellen dabei jeweils erkennbar werden.

  • Hauptseminar „Care – Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf Kümmern, Sorge, Angewiesenheit‟ (Villa)
    Mittwoch 10-12 Uhr c.t., Konradstr. 6 - 309

    Alle Menschen brauchen emotionale Zuwendung; Arbeitskraft muss reproduziert werden; Kinder, Alte und Kranke müssen gepflegt werden, jeder Mensch muss sich um das eigene Wohl(befinden) kümmern; Krankenpfleger und Erzieher müssen ausgebildet und bezahlt werden, Haushaltshilfen und Seelsorgerinnen ebenso. All’ dies, und mehr, wird sozialwissenschaftlich als „Care“ gefasst: als Kümmern oder Sorge um sich und Andere.

    Bei der historischen Genese kapitalistisch-bürgerlicher Gesellschaften wurden diese Tätigkeiten in spezifischer Weise zugleich ab- und aufgewertet: als unbezahlter, unsichtbarer, weiblicher Liebesdienst (Bock/Duden 1977), der moralisch zugleich überhöht wurde. Diese Textur spielt auch heute noch eine wichtige Rolle, etwa bei der stereotypen Wahrnehmung von Berufen oder der Aufgabenteilung in Familien. Zugleich ist heute zunehmend von einer Care-Krise die Rede, denn die steigende Erwerbstätigkeit von Frauen und Müttern, die zunehmende Professionalisierung und Internationalisierung von Care-Berufen erzeugen strukturelle Herausforderungen für erwerbszentrierte Gesellschaften wie die bundesdeutsche. Gibt es genug Zeit für Care? Wird das hinreichend vergütet? Wer erhält welche Anerkennung (Honneth, Fraser) im Kontext von Care? Wer kümmert sich um wen und was? Wer sollte dies tun? Was hat dies alles mit Intersektionalität und Geschlecht/Gender zu tun?

    Im Seminar werden wir zunächst die sozialwissenschaftlichen Konzepte und Theorien zur Care-Diskussion rekonstruieren und diskutieren. Dann werden entlang spezifischer empirischer Beispiele aktuelle Forschungsstränge zum Thema erörtert. Einige Ausblicke und benachbarte Disziplinen und Kontexte (Geschichte, Ethik/Philosophie, STS/New Materialisms) runden das Programm ab.

  • Hauptseminar „Figurationen der Unschuld‟ (Keck)
    Donnerstag, 10-12 Uhr c.t., Schellingstr. 3 (R) - R 306
     
    Das Hauptseminar geht von der Grundbeobachtung aus, dass dem Verständnis von Unschuld ein Begriff von Schuld vorausgesetzt ist, Unschuld jenseits des Sündenfalls nicht zu denken ist. Im Seminar werden vom 18. bis zum 20. Jahrhundert Figurationen der Un/Schuld erarbeitet und auf ihre jeweils ästhetische wie historische Funktionalisierung hin befragt. Das 18. Jahrhundert erweist sich hierfür insofern brisant, als hier Un/Schuld insbesondere über die jungfräuliche Körperlichkeit der bürgerlichen Tochter inszeniert wird, sich die politische Aufladung von Körperlichkeit und Sexualität ändert. Gelesen werden u.a. Diderots Reflexionen über Greuze’ Gemälde eines jungen Mädchens, das sein totes Vögelchen beweint, Sophie LaRoches Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim, Lessings Emilia Galotti, Kleists Die Marquise von O. und Der zerbrochene Krug. Daneben werden antike Figurationen (Verginia) einzubeziehen sein. Das Seminar beendet ein Blick auf die ‚Unruly Virgin’ (K. Rowe), wie sie der westdeutsche Unterhaltungsfilm der 1950er Jahre im Rückgriff auf die Literatur des bürgerlichen Realismus inszeniert. Die Lektüren werden von theoretischen Ausführungen flankiert, so wird Butlers Das Unbehagen der Geschlechter, Kofmans Die lachenden Dritten oder Freuds Konzept der naiven Komik im Hinblick auf die Texte zu hinterfragen sein. Das Seminar richtet sich vornehmlich an fortgeschrittene Studierende, die bereit sind sich auf intensive Lektüren und theoretische Diskussionen einzulassen.

  • Hauptseminar „Pour la théorie‟ (Wild)
    Das Seminar findet verblockt im Januar und Februar statt. Der genau Termin wird in der ersten Sitzung besprochen:
    Donnerstag, 19.10.2017, 12-15 Uhr c.t., Geschw.-Scholl-Pl. 1 (M) - M 207
     
    Warum eigentlich immer Foucault, Barthes und Genette und nicht Mieke Bal, Julia Kristeva und Adriana Cavarero? Das Seminar widmet sich der Frage nach dem Theorie-Kanon und seinen blinden Flecken. Was fassen wir unter Theorie und was nicht? Warum reden wir meistens im Namen von Theoretikern anstatt im Namen von Theoretikerinnen? Dabei ist das Ziel des Seminars praktisch orientiert: Wir wollen zusammen einen kritischen Theorie-Reader konzipieren und die darin versammelten Texte kommentieren. Begleitend findet eine Theorie-Vortragsreihe zusammen mit der Akademie der Künste statt, in der neue, jüngere TheoretikerInnen zu Wort kommen.
    Kontakt zur Dozentin Dr. Cornelia Wild: C.wild@lmu.de

Modul P3: Inter- und transdisziplinäre Aspekte der Geschlechterforschung

  • Vorlesung „Gendergraphien IX: Gender Work(s)“
    Freitag, 9.2.2018, 13-18 Uhr c.t., Sa. 10.2.2018, 9-13 Uhr c.t., Geschw.-Scholl-Pl. 1 - M 210

    Die Gendergraphien finden als Vortragsworkshop an zwei Tagen am Ende des Wintersemesters statt. Im Wintersemester 2017/18 beschäftigen wir uns mit den Themen Geschlecht, Ökonomie, Arbeit und Konsum.

    Der Workshop gliedert sich in Vorträge von ca. 30 Minuten mit anschließender Diskussionsmöglichkeit und wird gemeinsam mit den Studierenden vorbereitet. Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierte sind eingeladen die Vorträge zu hören und sich an der Diskussion zu beteiligen.

  • Begleitübung zur Vorlesung „Gendergraphien IX: Gender Work(s)“ (Fritsche)
    Montag, 16.10.2017, 18-20 Uhr c.t., Konradstr. 6 - 109
    Samstag, 13.1.2018, 10-17 Uhr c.t., Konradstr. 6 - 109
    Samstag, 20.1.2018, 10-17 Uhr c.t., Konradstr. 6 - 109

    In der Übung werden die Themen der „Gendergraphien“ vorbereitet, indem u.a. Texte der Vortragenden gelesen und diskutiert werden. Neben der Übung ist die Teilnahme an dem Workshop verpflichtend.


Servicebereich