Lehrstuhl Prof. Villa
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Willkommen am Lehrstuhl Prof. Villa

LS1_13Geschlecht - eine ominöse soziale Tatsache

Ist die Geschlechterdifferenz natürlich gegeben? Oder ist das alles irgendwie konstruiert? Inwiefern unterscheiden sich Männer und Frauen? Spielt das in unserer Lebenswelt überhaupt eine Rolle? Sind Frauen und Männer nicht auch immer viel mehr als Frauen und Männer – und lässt sich dieses ‚mehr’ von der Geschlechtlichkeit trennen? Ist unsere Gesellschaft ein geschlechtlich strukturiertes Gebilde? War das schon immer so? Ist das überall so? Was steckt hinter Gender Mainstreaming? Und was meint queer theory? Und: Was hat das alles mit Feminismus und Herrschaftskritik zu tun?

Der Lehrbereich „Allgemeine Soziologie/ Geschlechtersoziologie“ lädt Sie herzlich ein, sich über diese – und sehr (!) viel mehr – Fragen soziologische Gedanken zu machen. Wir versprechen eine lustvolle Verkomplizierung Ihres Alltags durch (Geschlechter-)Soziologie auf hohem Niveau.

Der inhaltliche Fokus des Lehrbereichs liegt in der Thematisierung von Geschlecht im Horizont von Subjekt(ivierung), Körper/Verkörperungen, Diskursen und Praxen. Dabei wird Geschlecht als gleichermaßen konstituiert wie konstruiert verstanden, d.h. als qua (durchaus auch eigensinniger) lebensweltlicher Praxen in eigenlogischen Strukturen hervorgebracht. Dessen Beforschung wird am Lehrbereich überwiegend qualitativ umgesetzt. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass Geschlechterfragen Gesellschaftsfragen sind. Sie bilden also eine paradigmatische Folie zur Bearbeitung wesentlicher Fragen der Soziologie, wenngleich die Gender Studies ein eigenständiges inhaltliches Profil haben.

Fruchtbare Gespräche mit anderen Disziplinen und thematischen Schwerpunkten sind systematischer Bestandteil der eigenen Arbeiten, so etwa momentan mit den Cultural Studies/ Kultursoziologie, den Postcolonial Studies, der Gouvernementalitätsdebatte, den Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaften sowie der kritischen Analyse der Biopolitik in transdisziplinären Konstellationen. Gegenwärtige Forschungsvorhaben setzen sich mit Körpermodellierungen wie der plastischen Chirurgie, "Monster-Müttern", Prostitution und Fußball, Organtransplantationen, Frauenbewegungen im Wandel der Generationen, Geburt und Gesellschaft oder dem Verhältnis von kritischer und feministischer Theorie auseinander.

Schließlich bilden die andauernden Bemühungen um eine (stärkere) Vernetzung und Institutionalisierung der Gender Studies im deutschsprachigen Raum, vor allem in Bayern und nicht zuletzt an der LMU München, einen Schwerpunkt der Arbeit. Internationale Kooperationen gehören selbstverständlich zu unserer Arbeit dazu, ebenso das Engagement in Fachgesellschaften wie der DGS (Deutschen Gesellschaft für Soziologie).

Hier können Sie nachhören, womit wir uns u.a. befassen.

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