Geschlechterforschung / Gender Studies
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Seminar: Kritische Soziologie und Gender Studies (Dr. Jasmin Siri)

 Veranstaltungstyp: Seminar

Wahlpflichtbereich: NF: Allgemeine Soziologie/Geschlechtersoziologie, NF: Gender Studies, BA: Soziale Unterschiede/Sozialer Wandel)

Zeit: Dienstag, 10.00 - 12.00 Uhr

Ort: Institut für Soziologie, R. 108

Beginn: 16.10.2012

Anmeldung: LSF

Kommentar: Die Frage, ob und inwiefern soziologische Beobachtungen der Welt kritisch sein können, müssen oder dürfen scheint am „Ende der kritischen Soziologie“ (Luhmann) nicht zugunsten der Kritik entschieden. Das Verhältnis der Soziologie zur Kritik ,an den Verhältnissen’ ist (aus guten Gründen) prekär geworden. Einfach nur kritisch sein wollen, reicht sicher nicht (mehr) aus, um soziologische Argumentationen zu führen. Und doch arbeiten unterschiedliche (de-)konstruktivistische Theorien mehr oder weniger explizit mit der Annahme, kritische und/oder subversive Praxis sei – beispielsweise im Hinblick auf die Dekonstruktion von Gender – möglich und/oder beobachtbar. Und auch Theorien, die sich selbst einer politischen Haltung enthalten wollen, können an einigen Stellen ungewöhnlich kritisch werden (wie Luhmanns Text zu den ,Problemen eines Parteiprogramms’ zeigt). Ausgehend von einer differenzierungstheoretischen Kritik der kritischen Soziologie werden wir unterschiedliche theoretische Angebote, die sich als ,kritisch’ beschreiben an empirischen Beispielen einer (Re-)Lektüre unterziehen.

Literatur: Assheuer, T. (2004): Der wahre Konservative. In: Die ZEIT vom 04.09.2003 Nr.37, Online abrufbar unter: http://www.zeit.de/2003/37/Adorno-Essay/komplettansicht Kieserling, A. (2001): Das Ende der guten Gesellschaft. In: Soziale Systeme 7 (2001), Heft 1, S. 177-191. Luhmann, N. (1977): Probleme eines Parteiprogramms, in: Baier, Horst (Hg.): Freiheit und Sachzwang. Beiträge zu Ehren Helmut Schelskys, Opladen: Westdeutscher Verlag: S. 167-182.