Geschlechterforschung / Gender Studies
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Gouvernementalität und Geschlecht. Geschlechterverhältnisse im Neoliberalismus (Dr. Imke Schmincke)

Dr. Imke Schmincke

Seminar (Geschlechtersoziologie; Modul: Sozialer Wandel)
2-stündig; Dienstags 12-14 Uhr; R. 209

Mit dem in einer seiner späten Vorlesungen entwickelten Konzept der Gouvernementalität bezeichnet Michel Foucault eine bestimmtes Regime des Regierens, das sowohl Fremd- wie Selbsttechniken, sowohl Rationalitäten wie Praktiken umfasst. Er entwickelt damit eine Perspektive auf gesellschaftliche Herrschaft, in der Macht, Subjektivität und Wissen als miteinander verkoppelt gedacht werden. In den letzten Jahren haben aus den Sozialwissenschaften heraus die sogenannten Gouvernementality Studies vielfach an dieses Konzept angeschlossen und es für die Analyse gegenwärtiger Transformationsprozesse genutzt, die unter dem Stichwort „Neoliberalismus“  und der Ökonomisierung des Sozialen verhandelt werden.
Wir werden uns in diesem Seminar zunächst mit der Genese des Konzepts beschäftigen, dann verschiedene empirische Studien zur neoliberalen Gouvernementalität diskutieren und nicht zuletzt einen besonderen Fokus auf die Frage legen, welche Folgen diese für den Wandel und die (Re)Inszenierungen der Geschlechterverhältnisse hat.  Lösen sich in den neoliberalen Paradigmen des Unternehmers/der Unternehmerin, der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung traditionelle Geschlechtermodelle auf? Inwiefern hat nicht gerade die Frauenbewegung mit ihrer Forderung nach politischer Selbstbestimmung bezogen auf Körper diesen Paradigmen Vorschub geleistet? Neben der Analyse aktueller Fragen zu Geschlecht im Neoliberalismus (anhand Themenfeldern wie z.B. Körper, Kontrolle, Biopolitik) wird allerdings auch kritisch die Reichweite dieses analytischen Zugangs zu klären sein.

Literatur: Bröckling, Ulrich/Krasmann, Susanne/Lemke, Thomas (Hg.) (2000): Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen. Frankfurt/Main

Ein Reader wird zu Semesterbeginn erstellt.