Geschlechterforschung / Gender Studies
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Männlichkeiten - Soziologische Perspektiven (Prof. Dr. Paula-Irene Villa)

Prof. Dr. Paula-Irene Villa

Hauptseminar (Sozialer Wandel/Soziale Institutionen)

2-stündig, Di 14-16 Uhr c.t.,Leopoldstr. 13, Raum 1211 <- Achtung, Änderung!
(Gender Studies)

 

 

Auch Männer sind/haben ein Geschlecht. Diese eigentlich triviale Einsicht ist für die Soziologie durchaus neu und spektakulär. Während Frauen in der Moderne durchgängig als naturgegebenes bzw. biologisch geprägtes Geschlecht thematisiert wurden – „alles, was wir an der Frau bewundern ist eine Dependenz ihrer Eierstöcke“ so der Sozialmediziner Virchow 1897 – und entsprechende Aufmerksamkeit in der Frauen- und Geschlechterforschung erfuhren, stehen Männer historisch für das ‚allgemein Menschliche’ (G. Simmel) und kamen erst verzögert in den Blick der Sozialwissenschaft. Derzeit lässt sich zudem an verschiedenen gesellschaftlichen Feldern sowie politischen Debatten eine intensive Auseinandersetzung mit Männern und Männlichkeiten feststellen: Männer als Väter, Männer als medizinische Risikogruppe, Jungs als ‚Bildungsverlierer’ usw. In diesem Seminar werden soziologische und (sozial-)historische Perspektiven auf Männlichkeit diskutiert. Dabei werden theoretisch-analytische wie empirische Zugriffe gleichermaßen behandelt. Es wird sich zeigen, dass auch Männlichkeiten nur im Plural und als von anderen sozialen Strukturkategorien ko-konstituiert verstanden werden können. Voraussetzung ist ein Minimum an Grundwissen der Geschlechterforschung sowie ein verbindliches Interesse an intensiver, auch theoretischer soziologischer Auseinandersetzung. Eine Anmeldung über LSF ist Pflicht.

 

 

Literatur zur Vorbereitung:
Wedgwood, N./Connell, R.W. (2008): Männlichkeitsforschung: Männer und Männlichkeiten im internationalen Forschungskontext. In: Becker, R./Kortendiek, B. (Hg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung. Wiesbaden, S. 116-125