Geschlechterforschung / Gender Studies
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Lehrangebot im WiSe 2016/17

Prof. Dr. Paula-Irene Villa

  • Vorlesung „Der große kleine Unterschied. Einführung in die sozial- und kulturwissenschaftliche Gender Studies“, gemeinsam mit Prof. Dr. Annette Keck (NDL), Dienstag 14-16 Uhr, Geschw.-Scholl-Pl. 1 - M 118
    (mit Übungen/Tutorien)


    Die Gender Studies sind eine multiperspektivische und transdisziplinäre Forschungskonstellation. Sie speisen sich also aus vielen Disziplinen und arbeiten mit sehr unterschiedlichen methodologischen Perspektiven. Die so bearbeiteten gemeinsamen Fragen sind u.a.: 'was' ist Geschlecht? Wie wird die Geschlechterdifferenz - auch spezifisch historisch, regional, nach Klassen usw. - thematisch und relevant? Wie strukturiert die Geschlechterdifferenz spezifische Dimensionen der sozialen, kulturellen, ökonomischen Wirklichkeit? Oder: wie strukturieren weitere Differenzen und Verhältnisse Geschlechtlichkeit auf der Ebene von Identität, Institutionen, Praxen usw.? Aber auch: In welchen Zusammenhang steht die Rede von der Natur des Geschlechts zu der Herstellung von (wissenschaftlicher) Objektivität? Die Vorlesung bietet eine strukturierte Einführung in die Gender Studies, und fokussiert dabei literatur-, kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven. Die Vorlesung vermittelt ein Verständnis für übergreifende Fragestellungen ebenso wie für disziplinäre Verzweigungen und Spezifika.

  • Vorlesung „Forschungsgebiete der Soziologie“, gemeinsam mit Prof. Auspurg, Prof. Brüderle, Prof. Gill, Prof. Lessenich, Prof. Nassehi und Prof. von Unger, Dienstag 12-14 Uhr, Geschw.-Scholl-Pl. 1 - B 006

    Analog zu dem in Seminar und Übung konzipierten soziologischen Umgang mit dem Theorienpluralismus des Faches werden in der Vorlesung unterschiedliche Forschungsperspektiven der Soziologie im Hinblick auf ihre theoriegeleitete Perspektive und das theoretische Grundverständnis ihrer empirischen und diagnostischen Forschungspraxis dargestellt.

  • Vorlesung „Gendergraphien VIII: TechnoGenderBodies“, Freitag, 10.2.2017, 13-18 Uhr, Sa. 11.2.2017, 9-13 Uhr, Geschw.-Scholl-Pl. 1 - M 210

    Technologischer Wandel, Geschlechter- und Körperverhältnisse stehen in einem engen Verhältnis und werden immer neu zueinander in Beziehung gesetzt: Technologien sind konstitutiver Bestandteil von Geschlechterverhältnissen; gleichzeitig materialisieren sich Geschlechterverhältnisse – stereotyp oder kreativ – in technischen Artefakten. Neue Technologien können immer auch Anlass sein, Geschlechterverhältnisse neu zu verhandeln, sie zu (re)konstruieren oder zu (de)stabilisieren.
    Aktuell werden besonders unter dem Schlagwort „Digitalisierung“ neue Schnittstellen von Gender, Körper und Technologien gesellschaftlich diskutiert, körperleiblich erfahren und technisch gestaltet. Technologie geht dabei immer tiefer unter die Haut, der Körper wird (womöglich?) zunehmend als technologisch gestaltbarer Rohstoff gedeutet. Die Bedeutung dieser Entwicklungen für Gender- und Körperverhältnisse ist die Leitfrage unseres Vortragsworkshops.

    Mit der Vortragsreihe Gendergraphien VIII möchten wir im Wintersemester 2016/17 verschiedene wissenschaftliche Perspektiven auf die Verschränkungen von Gender, Körper und Technologien in den Blick nehmen. Mit soziologischen, technikwissenschaftlichen, historischen und politischen Perspektiven werden wir einen Einblick in die vielfältigen Auseinandersetzungen verschiedener Forschungsperspektiven geben und zur Diskussion stellen. Hierbei ist uns besonders wichtig, laufende Forschung (der Gender Studies) und deren gesellschaftliche Verortung für einschlägig interessierte Studierende verschiedener Disziplinen verständlich zu machen.

    Vortragsworkshop Gendergraphien:
    Die Gendergraphien sind Bestandteil des interdisziplinären Master-Nebenfachs Gender Studies an der LMU München und finden an zwei Tagen am Ende des Wintersemesters 2016/17 statt. Der Workshop gliedert sich in einleitende Vorträge von ca. 30 Minuten mit anschließender Diskussionsmöglichkeit und wird gemeinsam mit den Studierenden vorbereitet. Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierte sind eingeladen die Vorträge zu hören und sich an der Diskussion zu beteiligen.

    Vortragende:
    Prof. Dr. Corinna Bath, Dr. Tanja Carstensen, Dr. Stefanie Duttweiler, Prof. Dr. Sabine Maasen, Eve Massacre, Dr. Anna-Katharina Meßmer

  • Seminar „Ein Unterschied ums Ganze? Differenz in soziologischen Perspektiven“, mit Prof. Dr. Armin Nassehi, MA Soziologie, Montag 12-14 Uhr, Konradstr. 6 - 309, 4-stündig mit Arbeitsgruppen

    Differenzen sind im Alltagsverständnis selbstverständlich: Geschlecht, Alter, Schicht/Klasse, Kultur ... Allerlei Unterschiede zwischen den Menschen, und sich auf diesen bildende Gruppen scheinen klar. Lebensweltlich werden Differenzen zudem moralisiert, politisiert, und ästhetisiert – sie können Gewalt begründen bzw. legitimieren, den Konsum ankurbeln oder als besonders wohlschmeckend erlebt werden.
    Wie thematisiert die Soziologie – in all ihrer internen Differnziertheit – wiederum Differenz? Dieses Seminar will unterschiedliche soziologische Perspektiven auf ‚Differenz’ nachvollziehbar und diskutierbar machen. Vor allem wird es zeigen, dass die Soziologie ihre Möglichkeiten unterschreitet, wenn sie Differenzen nur auf die alltagsplausiblen „sozialen“ Differenzen bezieht und Differenzen von Wertsphären, Funktionen und Problemlösungskapazitäten bezieht. Dabei wird es darum gehen, wie Differenz in der Soziologie jeweils (z.B. post-strukturalistisch, systemtheoretisch, praxeologisch usw.) begründet, theoriearchitektonisch und empirisch verstanden sowie u.U. bewertet wird. Es wird sich zeigen, dass sich aus den unterschiedlichen theoretischen und empirischen Perspektiven ganz unterschiedliche Fragen ergeben.

  • Seminar „Doing Gender - Konstruktivistische Perspektiven auf Geschlecht“, MA NF Gender Studies, Blockveranstaltung:
    Donnerstag, 27.10.2016, 10-12 Uhr
    Donnerstag, 8.12.2016, 14-18 Uhr
    Freitag, 9.12.2016, 10-16 Uhr
    Donnerstag, 26.1.2017, 14-18 Uhr
    Freitag, 27.1.2017, 10-14 Uhr
    Konradstr. 6 - 308

    Geschlecht bzw. Gender sei nur eine Konstruktion, so hört man vielfach in politischen Diskussionen, in akademischen Kontexten und in Alltagsgesprächen. Davon abgesehen, ob dies der Lächerlichmachung oder der Emanzipationen dienen soll, diese Formulierung ist womöglich grundfalsch, mindestens aber allzu missverständlich. In diesem Seminar werden wir uns erarbeiten, was das „nur“ in dieser Formulierung für Probleme birgt. Anders gesagt: Was meinen z.B. sozialkonstruktivistische Perspektiven, wenn vom „Doing gender“ die Rede ist? Inwiefern ist die Geschlechterdifferenz eine Konstruktion? Was hat dies für epistemologische, praxeologische, materielle, diskursive Dimensionen? Nach diesem Seminar werden Sie wissen, wie einerseits real und unhintergehbar und andererseits wandelbar und spezifisch soziale Konstruktionen sind. Und Sie werden so auch lernen, mit der Gleichzeitigkeit der „eigentlichen Uneigentlichkeit“ umzugehen.

  • Forschungswerkstatt, mit Dr. Imke Schmincke, ganztägig Freitag/monatlich

    In diesem Kolloquium werden alle laufenden Forschungsarbeiten (post-graduate) am LS Villa präsentiert und diskutiert. Darüber hinaus werden internationale Debatten und Forschungen im Feld der Gender Studies rezipiert. Das Kolloquium ist offen für weitere Teilnehmer_innen aus allen Disziplinen, die im Bereich der Gender Studies forschen. Die Teilnahme erfolgt auf Einladung.

Dr. Imke Schmincke

  • Seminar „Soziologie der Fremdheit? Theorien und Studien zu Migration, Rassismus und Ausgrenzung“ BA Soziologie, Dienstag 12-14 Uhr, Konradstr. 6 - 109, 4-stündig mit Arbeitsgruppen

    Begegnungen und Konflikte zwischen Eigenem und Fremden sind seit Beginn ein zentrales Thema moderner Gesellschaften und mithin auch der Soziologie. Wir wollen uns in diesem Kurs sowohl mit klassischen wie auch aktuellen Texten zu Phänomenen und Konstruktionen von Fremdheit beschäftigen. Die Fremden Anderen sind genauso Gegenstand rassistischer Konstruktionen wie von Debatten um Migrationspolitiken und nicht zuletzt sozialer Ausgrenzungen. Neben der Analyse dieser Prozesse und der Dialektik von Eigenem und Fremdem sollen auch verschiedene empirische Studien vorgestellt und diskutiert werden.

  • Übung zur BA-Arbeit am LS Villa, Montag 10-12 Uhr, Konradstr. 6 - 108

    Entsprechend der unterschiedlichen Theorie und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen je nach Stand der Arbeit Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführen-de Literatur zu den Themenbereichen der Abschlussarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

  • Übung zur MA-Arbeit am LS Villa, Montag 12-16 Uhr, zweiwöchentlich, Konradstr. 6 - 108

    Entsprechend der unterschiedlichen Theorie und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen je nach Stand der Arbeit Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Abschlussarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

  • Tafelübung „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“, mit Ariane Baum und Saskia Gränitz, BA Soziologie, Mittwoch 16-18 Uhr, Schellingstr. 3 - S 003

Dr. Tanja Carstensen

  • Seminar „Soziale Ungleichheit, Gender und Intersektionalität“, MA NF Gender Studies, Montag 14-18 Uhr, erster Termin: 24.10.2016, ab 14.11. zweiwöchentlich, Konradstr. 6 - 308

    Die ungleiche Verteilung von Ressourcen und die unterschiedlichen Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe sind ein grundlegendes Problem gegenwärtiger Gesellschaften und ein zentrales Thema sozialwissenschaftlicher Analysen. In der Soziologie wurden bzw. werden soziale Ungleichheiten, beispielsweise hinsichtlich Bildung und Einkommen, über Begriffe wie Klasse, Schicht oder Milieu erklärt. Die Gender Studies haben die Bedeutung von Geschlecht als Ungleichheitskategorie herausgearbeitet. Kritiken aus disability studies, queer studies, postcolonial und black feminism haben mittlerweile zu einer intensiven Auseinandersetzung mit weiteren Ungleichheitskategorien geführt. Unter dem Begriff „Intersektionalität“ werden die Verwobenheiten und Wechselwirkungen zwischen Kategorien wie class, race und gender untersucht.
    Das Seminar beschäftigt sich mit Ursachen und Wandel sozialer Ungleichheiten sowie unterschiedlichen theoretischen Konzepten der Ungleichheitsforschung. Es werden einschlägige Texte zu sozialer Ungleichheit aus Soziologie, Gender Studies und Intersektionalitätforschung diskutiert und auf ihre jeweilige Reichweite und Erklärungskraft hin geprüft.

  • Begleitübung zur Vorlesung „Gendergraphien VII: TechnoGenderBodies“, Dienstag 8-12 Uhr, erster Termin: 25.10.2016, ab 15.11. zweiwöchentlich, Konradstr. 6 - 108

    Die Vorlesung „Gendergraphien“ findet als Workshop mit Vorträgen an zwei Tagen am Ende des Wintersemesters 2016/17 statt. Sie widmet sich aus soziologischen, technikwissenschaftlichen, historischen und politischen Perspektiven den Verschränkungen von Gender, Körper und Technologien. In der Übung werden die Themen der „Gendergraphien?“ vorbereitet, indem u.a. Texte der Vortragenden gelesen und diskutiert werden. Neben der Übung ist die Teilnahme an dem Workshop verpflichtend.

Michael Rothmund

  • Übung „Männlichkeit(en) im (Geschlechter-)Verhältnis“, BA Soziologie, Donnerstag 14-16 Uhr, Konradstr. 6 - 109

    Ein kurzer Stopp am Bahnhofskiosk mit Blick auf die Auslage der Männermagazine und deren Neuerscheinungen genügt: Männer und Männlichkeit(en) werden gegenwärtig intensiv diskutiert, kommentiert und verhandelt. Auch vonseiten der Geschlechterforschung finden sich produktive, vor allem empirische Auseinandersetzungen mit Männlichkeit(en), die von dem vielfältigen Themenspektrum dieses Gegenstands zeugen. Dass es sich hierbei jedoch um eine innerdisziplinäre Entwicklung handelt, die keineswegs selbstevident ist, wird aus historischer Perspektive deutlich; wurden Männer doch als das ›allgemein Menschliche‹ (Simmel) gesehen.

    Ziel der Übung ist es, sowohl theoretische als auch empirische Zugänge zu Männlichkeit(en) als Gegenstand der Geschlechterforschung aufzuzeigen und diese kritisch zu reflektieren. Mit ausgewählten Autor_innen (Simmel, Bourdieu, Connell u.a.) werden wir uns hierfür Entwicklungslinien sozialwissenschaftlicher Theoriebildung zu Männlichkeit(en) erschließen, entlang dieser Ansätze zentrale Begriffe der Geschlechterforschung erarbeiten und vor dieser Folie aktuelle Forschungsarbeiten und Fragestellungen diskutieren.

  • Übung Theorie II „Soziologische Blicke auf den Leib“, BA Soziologie, Donnerstag 10-12, Konradstr. 6 - 109

    Nicht nur in gesellschaftlich-politischen Debatten um ›Geschlecht‹ wird immer wieder argumentiert, dass man eine Frau oder ein Mann sei, weil man sich eindeutig als Frau oder Mann empfinde. Wenn ein Geschlecht-Sein dementsprechend mehr zu sein scheint als dessen sichtbare Darstellung für andere, was wird relevant, um sich als Frau oder Mann zu empfinden, ist spürbar mit Geschlecht verknüpft? In dieser Übung werden wir diese Frage mit der phänomenologischen Differenzierung von Leib und Körper soziologisch formulieren und uns der ›Zweiheit des Körpers‹ (Gugutzer) zuwenden; ›Leiblichkeit als Konstituens von Sozialität‹ (Lindemann) beleuchten, um der binär strukturierten Geschlechterordnung wortwörtlich zu Leibe zu rücken.

    Ziel der Übung wird eine Einführung in die phänomenologische Mikrosoziologie vonseiten der Geschlechterforschung sein, für die exemplarisch Gesa Lindemanns Studie ›Das Paradoxe Geschlecht‹ (1993) diskutiert und kritisch reflektiert werden soll. Um mit Lindemann nach der Stabilität der Geschlechterordnung hinsichtlich der Dimension leiblicher Erfahrungen von Akteur_innen fragen zu können, werden wir uns zunächst mikrosoziologische Ansätze bzw. handlungstheoretische Perspektiven (Garfinkel, Hirschauer u.a.) erschließen und Grundbegriffe der phänomenologischen Leib-Philosophie (Plessner, Schmitz u.a.) erarbeiten.

Tristan Dohnt, Maik Krüger

  • Übung „Einführung in Perspektiven und Aspekte der Körpersoziologie“, BA Soziologie, Mittwoch 16-18 Uhr, Konradstr. 6 - 109

    Lange Zeit galt der Körper als unhinterfragte Gegebenheit. Dies verwundert kaum, ist der Körper doch ein stets anwesendes Medium für unseren Zugang zur Welt und damit als eine Selbstverständlichkeit leicht ausblendbar sowie in vormoderner Zeit in seiner Form als schicksalhafte Tatsache innerhalb starrer Gesellschaftsordnungen verstanden worden. Die westliche (Post-)Moderne hat dies bspw. mit dem umfassenden Individualisierungsprozess grundlegend verändert, da der Lebenslauf und mithin die Identität nun keine hinzunehmende Tatsache mehr darstellt, sondern vielmehr ein zu gestaltendes Projekt geworden ist, welches vermehrt über den Körper verhandelt wird. Neue Gestaltungsmöglichkeiten und Handlungs- bzw. Entscheidungszwänge sind die zwei Seiten der Medaille. Der Körper wird in dieser Übung als Produzent und Darstellungsfläche von Gesellschaft betrachtet, der nicht nur in gesellschaftlichen Sonderbereichen aufgewertet ist (Freizeitgestaltung, Sport etc.), sondern grundsätzlich integraler Bestandteil der aktiven Herstellung gesellschaftlicher Vollzugswirklichkeit ist.

    Diese Übung soll einen körpersoziologischen Überblick geben: Neben einer theoretisch-konzeptionellen Auffächerung der unterschiedlichen Zuschnitte auf den Körper, werden einzelne Theoretiker mit körpersoziologischem Zuschnitt besprochen. Im thematischen Seminarteil werden Thesen zur „Arbeit am Körper“ diskutiert und Geschlecht als gesellschaftliches Konstrukt betrachtet.

Michael Hutzler

Dr. Sharron A. FitzGerald

  • Seminar „The ‚subject‘ of migration: feminist approaches to Europe‘s refugee crisis. Migration and Citizenship“ BA Soziologie, Mittwoch 12-14 Uhr, Konradstr. 6 - 109, 4-stündig mit Arbeitsgruppen

    Dr FitzGerald intends this seminar to support students’ further study of international migration. Specifically, it targets students who have previously taken her seminar ‘Moving Europe: Interrogating Gender, Race, Migration and Citizenship’ and who wish to develop their knowledge of the field. It is an advanced seminar and, therefore, will not be suitable for students without a background in migration studies.

    This seminar will deepen and broaden students’ knowledge of contemporary sociological and interdisciplinary scholarship on migration. The seminar will be international in focus, examining how states across the globe understand and attempt to regulate migration (e.g. The EU, The USA, Canada and Australia).

    This is a research-driven seminar stemming from Dr FitzGerald’s theoretical expertise and field experience in the field of feminist and socio-legal approaches to migration and social justice.

    Taking a social justice perspective, this seminar will provide students with a more nuanced and international understanding of how social, legal and political questions interact with issues such as illegality, the ‘right’ to mobility, racism, human rights, citizenship, asylum-seekers and refugees. In particular, this seminar aims to develop an interdisciplinary and critical engagement with the intersection of categories of gender, race, class, sexuality and ethnicity play in migration laws and policies.

Taylor Riley

  • Übung „Sociology of Gender“, BA Soziologie, Montag 14-16 Uhr, Konradstr. 6 - 109

    This course serves as an introduction to the sociology of gender. It will begin with theories of what gender is, is not, and could be. For instance, is gender real? This will be complimented by a look at how gender is represented in, and mediated by the realms of academia, popular culture, and activism in the contemporary. Students will be asked to consider these ideas in how they relate to each other, and critically with regards to their own experiences of gender in everyday life. The following key questions will be of particular relevance to discussions and exercises: What is gender? What is sexuality? What relationships exist between these concepts? What is feminism? What are gendered representations? What is intersectionality? What is postfeminism? And finally: What does the future hold for understandings of gender, sexuality, and feminist politics? The course and its selected readings are in English, focusing on these concepts from US, UK, European, and other perspectives.

Dr. Brigita Malenica

  • Seminar „Vom Helden der Arbeit zum Manager? Postsozialistische Männlichkeiten in politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen“, MA NF Gender Studies, Freitag 14-20, monatlich:
    21.10.1016, 11.11.2016, 9.12.2016, 13.1.2017, 10.2.2017, Konradstr. 6 - 108

    Die sozialwissenschaftliche Beschreibung des System-Umbaus der ehemals sozialistischen Staaten, die sich als Transitologie als eigenständige Forschungsrichtung etablierte, ging mit der Setzung einer Demokratie-Norm einher, die von den Idealen westlicher Demokratietradition abgeleitet wurde. Mit ihrer zweckgebundenen und nicht zuletzt selbstreferentiellen Ausrichtung produzierte die Transitologie zugleich viele wissenschaftliche Blindstellen, zu welchen auch der fehlende Einblick in den Zusammenhang zwischen staatlichen Transformationsprozessen und der Transformation von Geschlechterverhältnissen zählt. Selbst heute noch bleibt Geschlecht in seiner strukturierenden Funktion von staatlichen und gesellschaftlichen Transformationen unterbewertet. Während Frauen meist nur als soziale Variable genannt werden, spielen Männlichkeiten in Untersuchungen postsozialistischer (Geschlechter-)Verhältnisse selten eine analytische Rolle.

    Das Seminar nimmt sich diesem wenig bearbeiteten Forschungsfeld an und fragt u.a. nach den Vorstellungen idealer bzw. hegemonialer Männlichkeit im postsozialistischen Transformationsprozess. Bei der Auslotung u.a. der feministischen Fragestellung, wie Männlichkeit im Staat beschrieben werden kann, geht es auch darum, wie die Funktion von Männlichkeiten im Geschlechterverhältnis für sozial- und politikwissenschaftliche Analysen ins Blickfeld gerückt werden kann: Wie ist es möglich, mit dem Fokus auf Männlichkeiten Geschlechtergerechtigkeit/-demokratie zu verhandeln? Welche Rolle spielen Männlichkeiten in aktuellen rechtspopulistischen und autoritären Diskursen/Praktiken in ehemals sozialistischen Gesellschaften, gerade auch dann, wenn Frauen die Rolle der Wortführerin übernehmen?

    Neben der Diskussion einschlägiger Theorien und Studien, werden eigene Fragestellungen entwickelt und die Ergebnisse präsentiert. Je nach Sprachkenntnissen stehen neben den neuen deutschen Bundesländern, die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien und der ehemaligen Sowjetunion im Fokus (bei Interesse können gerne weitere Länder behandelt werden, wie Ungarn, Polen usw.).