Geschlechterforschung / Gender Studies
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Gender Salon

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Eine Veranstaltungsreihe rund um kreative, subversive und produktive Auseinandersetzungen mit dem Thema Gender an den Schnittstellen von Kunst, (Pop)Kultur, Politik und Wissenschaft.

Steigen Sie ein, kommen Sie vom Kurs ab, nehmen Sie Umwege!

Eintrittspreis: 3€ | Einlass ab ca. 19:30 bis 19:55 Uhr

PROGRAMM | Wintersemester 2025/26

 

24.09.2025

GOC/Alpenverein (Queere Sektion des Deutschen Alpenvereins) und Bergfreundinnen (Podcasterinnen): "Ist der Berg für alle da? - Gender und Queer am Berg"

Die Alpingeschichte wurde lange Zeit von Männern geprägt und von Männern erzählt. Dabei waren Frauen von Anfang an mit dabei! Die Zeiten haben sich geändert, mittlerweile sind fast die Hälfte der Mitglieder des Deutschen Alpenvereins weiblich. Seit 2004 ist auch der „Gay Outdoor Club" eine Sektion des DAV und setzt sich für die volle Gleichstellung aller Geschlechtsidentitäten und sexueller Orientierung in der Gesellschaft und damit auch im Outdoorsport ein. Klingt alles erstmal gut, aber sind die Berge wirklich für alle da? Denn ein Blick auf die hohen Gipfel und in die Vereine, Berghütten und Köpfe vieler bergbegeisterten Menschen zeigt: Auf dem Weg zu diskriminierungsfreien Bergen für alle gibt es noch einiges zu tun.

Katharina Kestler, Antonia Schlosser und Lisa Bartelmus vom bekannten BR-Format „Bergfreundinnen" und Thomas Michel von der queeren Sektion des DAV (GOC) geben Einblick in den Status Quo, teilen Betroffenengeschichten und wollen gemeinsam mit den Besucher:innen über Lösungsansätze und Annäherungsideen
diskutieren.

 

29.10.2025

Elisabeth Lechner (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin): „Was wurde aus Body Positivity? Die Körperpolitiken der Trump-Ozempic Ära“

Im Fahrwasser eines eklatanten Rechtsrucks dominiert lookistische Diskriminierung unseren Alltag und von (oberflächlichen) Erfolgen der Body Positivity Bewegung aus den 2010er Jahren ist nicht viel übrig. Im Vortrag sehen wir uns anhand von aktuellen Beispielen die unerreichbaren Ansprüche an Körper und perfiden Wirkmuster von Diskriminierung aufgrund des Äußeren an, und überlegen gemeinsam, wie mit Medienkompetenz, Systemkritik und Vernetzung im Kleinen und Großen der Wandel zu einem stabilen Selbstwert und einem inklusiven, solidarischen Miteinander gelingen kann.

Elisabeth Lechner ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, aktuell als PostDoc am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien. Ihre Dissertation zu 'ekligen' weiblichen Körpern und Body Positivity erschien unter dem Titel "Riot Don't Diet! Aufstand der widerspenstigen Körper" (2021). Sie gibt Workshops, publiziert wissenschaftlich und essayistisch und ist auf sozialen Medien als @femsista aktiv.

 

26.11.2025

Tobias Boll (Soziologe): „Gender Trouble(s): Problematisierungen von Geschlechtszugehörigkeit“

Judith Butlers Begriff des „Gender Trouble" hebt die grundsätzliche Instabilität von Geschlechterkategorien hervor. An diesem Abend geht es darum, wie Zugehörigkeit zu Geschlechterkategorien problematisch werden kann. Beleuchtet wird dies anhand von Fällen, in denen Geschlechtszugehörigkeit in konkreten sozialen Praktiken aktiv problematisiert wird: wenn die Zugehörigkeit zu einer Kategorie in Frage steht, wenn Status und Anerkennung innerhalb einer Kategorie umkämpft sind oder wenn Geschlecht über andere Differenzachsen indirekt zum Problem (oder aber zur Lösung!) wird – kategorial, positional und intersektional. Beispiele aus Forschung zu Sexualität, Behinderung und Geschlecht dienen dabei als Ausgangspunkte für Impulse, Diskussion und gemeinsamen Austausch über die Vielgestaltigkeit solcher Gender Trouble(s).

Tobias Boll ist Soziologe an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In seiner Forschung zu Prozessen der „Humandifferenzierung" untersucht er, wie Menschen in sozialen Praktiken kategorisiert werden, insbesondere im Feld der Sexualität. Seine Arbeit verbindet theoretische Perspektiven mit empirischer Forschung zu Sexualität, Behinderung und Geschlecht und fragt danach, wie sich Unterscheidungen und Ungleichheiten wechselseitig hervorbringen.

 

28.01.2026

Alisa Tretau (Regisseurin und Performerin) vom Projekt "Nicht nur Mütter": „Nicht nur Mütter werden schwanger - Reproduktive Gerechtigkeit und Familie“

Wie haben sich reproduktive Rechte in Deutschland im Laufe der Zeit gewandelt? Welchen Einfluss hat der weltweit erstarkende Autoritarismus auf Kinderwünsche und Familienkonstellationen abseits der Norm? Wie können wir Räume des Austauschs über reproduktive Rechte offen halten, trotz der multiplen Krisen, die Vereinzelung statt Solidarität begünstigen?

Das Projekt „Nicht nur Mütter waren schwanger" besteht aus dem 2018 erschienenen, gleichnamigen Sammelband und der 2025 veröffentlichten Website www.nichtnurmuetter.de. Es vereint persönlich geschilderte Erfahrungen mit Schwangerschaft, die im gesamtgesellschaftlichen Diskurs oft überhört werden: Es geht um unerfüllte und lesbische Kinderwünsche, um trans­männliche oder alters-untypische Schwangerschaften, genauso wie um Abtreibung und Fehlgeburt, Repro-Medizin, Pränataldiagnostik und vieles mehr. „Nicht nur Mütter" will den einengenden und Druck ausübenden Blick, Schwangerschaft und Eltern-Sein sei für eine weiße cis-Heteronorm die „natürlichste Sache der Welt", für alle anderen hingegen unmöglich, aufweichen, und dabei alternative Visionen entwickeln: für mehr Offenheit und Selbstbestimmung im Umgang mit Kinderwünschen, Schwangerschaft und Familie.

 

Gender Salon 20

 

 

 

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