Geschlechterforschung / Gender Studies
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Gender Salon

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Eine Veranstaltungsreihe rund um kreative, subversive und produktive Auseinandersetzungen mit dem Thema Gender an den Schnittstellen von Kunst, (Pop)Kultur, Politik und Wissenschaft.

Steigen Sie ein, kommen Sie vom Kurs ab, nehmen Sie Umwege!

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Gender Salon 13
mit Karsten Schubert

25.05.2022 um 20.00 Uhr
in der Glockenbachwerkstatt (in Präsenz!)
Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen!

Karsten Schubert wird unter dem Titel „HIV und schwule Politik: Sexuelle Befreiung und neue Möglichkeiten queerer Solidarität durch PrEP“ um 20 Uhr einen Vortrag halten.

In der schwulen sexuellen Befreiung der 70er Jahre gab es kurz queeres Leben avant la lettre. Es wurde durch die AIDS Krise unterbrochen: Das zunehmende Stigma als Krankheit brachte die schwule Politik dazu, homonormativere Formen anzunehmen, die sich später mit der verbesserten rechtlichen Gleichstellung verfestigten. PrEP kann helfen, dieses Stigma zu beenden, womit heute ein wichtiger Treiber der Homonormativität wegfällt, so dass queerere Sexualitäts- und Politikformen möglich werden.
Anhand einer Analyse der politischen Kämpfe um PrEP und seiner Wirkung auf schwule Subjektivität entwickelt der Vortrag eine neue Theorie der sexuellen Befreiung nach Foucault. Dabei geht es zwar um die Kritik repressiver Normen, allerdings nicht, um eine natürliche Sexualität darunter freizulegen, sondern um in einem gemeinschaftlichen Prozess neue Normen zu schaffen. Dies beinhaltet auch dem Kampf um die selbstbestimmte Nutzung von Biotechnologie und Medizin, die dafür in geeigneter Weise verfügbar sein müssen. Sexualität und Politik sind negativ verbunden: Repressive Sexualität führt zu homonormativer Politik, die queere Solidarität verhindert. Andersherum kann die sexuelle Befreiung durch PrEP neue queere Solidarität jenseits homonormativer Interessenpolitik ermöglichen.