Geschlechterforschung / Gender Studies
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Laufende Projekte

BayForFamily: „Transformationen des Normalen? ‘Doing Family‘ in post-traditionalen Familienkonstellationen in Bayern“

Das Projekt „Transformationen des Normalen? ‘Doing Family‘ in post-traditionalen Familienkonstellationen in Bayern“ will Familien empirisch betrachten, die auf ‘elective co-parenting’ beruhen, d.h. bei denen die Eltern bewusst keine romantische Partnerschaft leben bzw. gelebt haben, sondern ihre Elternschaft im Rahmen einer verbindlichen Arbeitsteilung bzw. Freundschaft bewusst entscheiden und gemeinsam gestalten. Diese Form wird als Ausdruck sozialer Transformationsprozesse verstanden, die zwar (noch) nicht besonders relevant in quantitativer Hinsicht ist, jedoch analytisch aufschlussreich für die Zukunft von Familienformen sein kann.

Das Projekt rekonstruiert mittels qualitativer Methoden der empirischen Sozialforschung das Binnenleben dieser bislang kaum erforschten Konstellationen des ‘Doing Family‘. Das Projekt interessiert sich besonders für die alltägliche Lebensführung und das Selbstverständnis dieser Familien in Bayern. Es will rekonstruieren, wie sich diese Familien selbst sehen, wie sie dabei ‘Transformation‘ thematisieren, und welche Bedarfe sie gegebenenfalls an die Politik im Allgemeinen, im Besonderen an Wohn-, Stadt, Familien- und Bildungspolitik in Bayern sowie Familienrecht formulieren. Relevant ist dabei auch die Analyse intersektionaler Ungleichheiten im Gefüge von Schichten, Milieus, Geschlecht und Region.

Das Projekt ist ein Teilprojekt des Bayerischen Forschungsverbundes ForFamily - “Familienleben in Bayern - Empirische Einsichten zu Transformationen, Ressourcen und Aushandlungen”.

Projektbeginn: Januar 2024
Leitung des Teilprojekts: Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky
Mitarbeitende: Marlene Resch

ForFamily Logo komplett - farbig-2

 

BMBF gefördertes Teilprojekt: "Reinigung als Fürsorgearbeit (CoCare)"

"Reinigung als Fürsorgearbeit“ ist Teilprojekt im Projektverbund "Corona und Care – Fürsorgedynamiken in der Pandemie" (Co-Care), in Kooperation mit der Universität Tübingen (Konsortialleitung: Prof. Dr. R. Ammicht-Quinn).
Fürsorge – sowohl als konkrete Arbeitsleistung, aber auch als zwischenmenschliches Beziehungsgefüge – war schon vor der Pandemie ein politisch und gesellschaftlich problematischer, häufig prekärer, wenig sichtbarer und damit krisenhafter Bereich. Während der Pandemie entstand eine „Krise in der Krise“: die bestehende Krise der Fürsorge innerhalb der Krise der Pandemie. Das Projekt Co-Care setzt bei dieser „Krise in der Krise“ an und analysiert das Spannungsfeld zwischen der Überlastung, Prekarität und Unsichtbarkeit einerseits und der gesellschaftserhaltenden Bedeutung von Fürsorge andererseits.
Reinigung stellt einen der Bereiche dar, die während der Pandemie zwar als “systemrelevant” eingestuft und damit als zentral für die so genannte kritische Infrastruktur eingeschätzt wurden, die zugleich jedoch während der Pandemie weiterhin kaum sichtbar blieben. Wie viele andere systemrelevante Arbeitsfelder ist auch die Reinigung ein feminisierter, prekarisierter, gesellschaftlich wenig gewürdigter Bereich. Zugleich ist die Reinigung ein heterogenes Feld: Je nach Einsatzort variieren Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und formale Absicherungen stark. Reinigung wird außerdem selten überhaupt als Fürsorgearbeit wahrgenommen oder als solche verstanden. Im Privathaushalt wird sie weniger der Care- als der (eher technischen, objektbezogenen) Haushaltsarbeit zugeordnet, in öffentlichen Räumen gilt sie als reine Dienstleistung ohne zwischenmenschliche Relevanz.
Das übergreifende Ziel von Co-Care ist, neue Mittel und Wege zu finden, Fürsorge und die in diesen Kontexten agierenden Sorgegebenden (care-giver) und Sorgenehmenden (care-receiver) sichtbar(er) zu machen und dauerhaft zu stärken. Dafür sollen Bedeutung, Bedarf und Ressourcen von Fürsorgedynamiken für die post-pandemische Gesellschaft – die wieder in eine Krise geraten kann – erarbeitet und für unterschiedliche Praxisfelder mittels Fallstudien zu Reinigung und sozialpädagogischer Familienhilfe konkretisiert werden.
Co-Care adressiert damit den dringenden Forschungsbedarf, der klärt, an welchen Stellen Fürsorge-Arrangements in der Corona-Pandemie destabilisiert wurden, welche Bedarfe, aber auch Ressourcen hier zu entdecken sind, und wie Fürsorgedynamiken für den Alltag stabilisiert werden können, damit in einer weiteren Krise der Bereiche der Fürsorge nicht als Krise in der Krise, sondern vor allem als Ressource in der Krise fungieren kann.

Das Projekt ist als Teilvorhaben im Projektverbund "Verbundvorhaben Corona und Care – Fürsorgedynamiken in der Pandemie", in Kooperation mit der Universität Tübingen, Prof. Dr. R. Ammicht-Quinn, geplant.

Projektbeginn: Februar 2023
Leitung des Teilprojekts: Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky
Mitarbeitende: Ali Simon, M.A.

Projektpartner: 

Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn (Konstortialleitung), Katharina Wezel, Katharina Krause und Sabrina Mannebach, Universität Tübingen, Internationales Zentrum für Ethik
in den Wissenschaften (IZEW) - Projektseite IZEW

Dr.in Christiane Bomert und Mirjam Seits, Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft Abteilung Sozialpädagogik - Projektseite Institut für Erziehungswissenschaft

BMBF-Forschungsprojekt digiMINT

Das Projekt generiert wissenschaftliche Erkenntnisse zur Repräsentanz von Frauen in den Feldern
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), speziell im Maschinen- und Anlagenbau. Mittels eines Methoden-Mix aus qualitativen, problemzentrierten Interviews mit Schülerinnen und MINTStudentinnen sowie quantitativer Online-Surveys mit Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau wird ein umfassendes und multiperspektivisches Bild der Rahmenbedingungen von MINT-Studien- und Arbeitsbereichen, welche die Gewinnung, Vernetzung und Eigeninitiative von MINT-Frauen ermöglichen oder behindern.

Auf dieser Grundlage und in systematischer Kooperation mit Akteur_innen aus der wissenschaftlichen, pädagogischen, politischen und industriellen Praxis werden nachhaltige Strategien zur Erhöhung des MINT-Frauenanteils in Form von zielgruppenorientierten, geschlechtergerechten Handlungsempfehlungen entwickelt.
Fragen, auf die das Vorhaben Antworten liefern will, sind unter anderem:

Wo ist der DropOut: Wieso finden unterdurchschnittlich wenig Absolventinnen aus ingenieurwissenschaftlichen Kernfächern und der Informatik den Weg in den Maschinen‐ und Anlagenbau? An welcher Stelle des Weges und wie gehen sie verloren?
Wie entscheiden sich die Ingenieurinnen konkret für jeweilige spezifische Studiengänge, unterschiedliche Unternehmen und Branchen im Zeitalter fortschreitender Digitalisierung?
Welche Chancen liegen in der Digitalisierung und weiteren disruptiven Themen (z. B. new work) für die Maschinen- und Anlagenbauindustrie, mehr Ingenieurinnen zu gewinnen?
Welche Rolle kommt (betrieblichen) Weiterbildungen im Zuge des Talent-Bindings und –Managements zu? Diese haben, entgegen gängiger Annahmen, das Potential, eher die Abwanderung zu reduzieren und somit individuelle Karrierestabilität erzeugen.

Aus den Ergebnissen des Vorhabens digiMINT werden zielgruppenorientierte Handlungsleitfäden erarbeitet, um nachhaltig zur Erhöhung des Frauenanteils in den MINT-Studiengängen beizutragen und den akademischen Berufseinstieg sowie das Erreichen von Spitzenpositionen in MINT-Betrieben und -Unternehmen durch Frauen zu befördern. Es werden darum Empfehlungen zur Behebung von Hindernissen bei der Gewinnung von Frauen für MINT-Studien- und -Arbeitsbereiche erarbeitet.
Die Ergebnisse des Vorhabens werden auch der interessierten Öffentlichkeit, der scientific community und der Politik und Unternehmen in entsprechenden zielgruppengerechten Publikationen zur Verfügung gestellt. Ebenfalls wird das Vorhaben und dessen (Teil-)Ergebnisse an akademischen Tagungen und in wissenschaftlichen Zeitschriften präsentiert und veröffentlicht.

Die im Vorhaben erhobenen quantitativen und qualitativen Daten werden für weitergehende Analysen und Fragestellungen, auch anderer (externer) Forschenden, archiviert und zur Verfügung gestellt (Sekundärnutzung – scientific use).

Projektbeginn: Oktober 2022

Projektleitung: PD Dr. habil. Yves Jeanrenaud
Mitarbeitende: Dipl.-Soz. Anna Wimmer

DFG-Projekt "In guter Gesellschaft. Doing Exclusivity als Modus der Reproduktion sozialer Ungleichheiten am Beispiel von Serviececlubs und Adeslverbänden"

Projektleitung: Dr. Käthe von Bose

Im Rahmen dieses DFG-Projekts untersucht Dr. Käthe von Bose Clubs und Verbände die nicht für jede_n zugänglich sind und als „elitär“ gelten. Das ethnografisch angelegte Projekt fragt danach, wie in diesen Zusammenhängen Zugehörigkeit hergestellt wird und welche Rolle Exklusivität dabei spielt. Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie das "Doing Exclusivity“ der Clubs und Verbände zur Herstellung und zum Erhalt sozialer Ungleichheiten und der Konstruktion von gesellschaftlichen „Eliten“ beiträgt.

Projektbeginn: April 2021

Downloads